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Tanz & Performances

MOMENTE – MEMENTO

Tanzperformance des Bürgerensembles Magdeburg
über verlorene Augenblicke unseres Lebens

In einer Rückblende holen die Tänzer*innen schnell verflogene, geglückte und verpasste Augenblicke aus dem eigenen Leben ins Heute, auf die Bühne. Die Individuen verknüpfen die scheinbar zufälligen Erlebnisse miteinander und stellen sie in einen neuen Zusammenhang. Über allem liegt die Frage: Was würde ich jetzt, mit dem momentanen Wissen, anders machen als damals? Bin ich noch der Mensch, der ich seinerzeit war? Und warum vergisst der Mensch bestimmte Dinge so schnell, während er an dem, was unveränderlich ist, hängt? Der Aufführung geht eine begehbare Installation voraus, in der die Performer*innen ihre dargestellten Momente als vereinzelte Standbilder zeigen und auf Textflächen beschreiben, sodass ihr intimer Ursprung nachvollziehbar wird.

Freitag vor dem Hauptportal,
18.00 Uhr und Samstag 12.30 Uhr


DÉJÀ-VU

Eine Lecture Performance des
Bürgerensembles Magdeburg, die sich im Kreis dreht

Ein kleiner Junge setzt einen Kreis aus Schienen für seine Modelleisenbahn zusammen. Er stellt Ereignisse seines Lebens, die er noch gar nicht erlebt haben kann, als Haltestellen, Stationen, Transit-Orte und Endpunkte in Form von Häuschen, Miniaturfiguren und Objekten an den Rand der Gleise. Dabei spricht das Kind so, als wäre es selbst schon ein alter Mann. Seine These: Die Zeit verläuft nicht linear, sondern im Kreis, und alle Augenblicke des Lebens sind seit jeher vorhanden, sie verschwinden nie, sind vergangen und zukünftig. Der Mensch entscheidet, wann und wo sein Zug hält – sofern es dieses „Wann“ und dieses „Wo“ überhaupt gibt …  Durch die Augen eines Kindes blicken wir, die wir älter sind, auf die Möglichkeit der Gleichzeitigkeit von Ereignissen, und erfahren: Erst vor kurzem ist es einem Forscher-Team gelungen, eine der Lücken in Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie zu schließen. Das Großvater-Paraxodon über einen Zeitreisenden, der mordet und so die Ursache seiner Existenz auslöscht, trifft auf Kurt Gödels Gottesteilchen. Wissenschaft und Emotion umkreisen einander.

Samstag vor dem Hauptportal, 17.00 Uhr


Nahaufnahme

Autobiografische Feldrecherche mit Werkstattpräsentation
des Bürgerensembles Magdeburg

Das Bürger Ensemble Magdeburg, eine Gruppe mit großem Interesse an und mehrjähriger Erfahrung in autobiografischem Theater, führt am 12. und 13. Juni zahlreiche Interviews mit dem Menschen, die in Ballenstedt und Umgebung wohnen und leben. Die Erkenntnisse fließen in eine Werkstattpräsentation am 14. Juni ein, in der die Stimmen aus der Region in einem Chor auf der Bühne widerhallen. So soll hörbar gemacht werden, wie das große dreitägige Projekt vor Ort Spuren hinterlässt, was sich die Bevölkerung für die Zeit nach dem Festival wünscht und welche Utopien zwischen Abwanderung und Stillstand schlummern. Danach ist Zeit für Widerspruch, Zuspruch und weiteren Austausch. Zweitägige Recherche, durchgehend, Abschluss-Aufführung (Dauer: ca. 1 Stunde) mit anschließender Diskussionsrunde.

Sonntag vor dem Hauptportal, ab 14.30 Uhr


Rosa me

Performancekünstlerin Sara Schwienbacher

Der Schauplatz für rosa me wird ein Blumenbuffet mit unzähligen vor Ort gesammelten Sträuchern, Ästen und auch vielen bunten Blumen sein. Ähnlich wie bei einer Floristin liegt alles für die Weiterverarbeitung bereit – die Bühne. Die Vornamen der Kinder, die ihre Ausbildung hier im Nationalsozialismus absolviert haben, sind mit Kreide groß auf eine Wand hinter und neben ROSA ME geschrieben. Rosa me wird live ganz unterschiedliche Blumensträuße binden und sie jeweils nach Vollendung an das Publikum verschenken. Nach jedem verschenkten Strauß wird ein Name auf der Wand durchgestrichen. Rosa me wird selbst auf ihrem Körper einiges an Blumenschmuck tragen und als imposante Gestalt aufreten. Die Performance dauert so lange bis alle Blumen verschenkt sind.

Samstag vor dem Hauptportal, 16.00 Uhr