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Literatur

Napola: Verführte Elite im Harz

BUCHVORSTELLUNG MIT WOLFGANG SCHILLING

Sie sollten zur NS-Zeit die Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene Jungmannen erwarben an paramilitärisch geführten Internatsschulen nicht nur das Abitur, sondern erhielten das Rüstzeug dazu, später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Front die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei Standorten kamen Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte man 1933 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos zu dienen hatten.  Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne.  Als Vorbilder dieser Menschenformung dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und englische Public Schools mit einer spartanischen aber kameradschaftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieges ihr Leben ließen. Dieses Buch widmet sich zwei schwierigen Orten, deren NS-Bildungsanstalten mit ihren Ambitionen, Funktionen, ideologischen Hintergründen und deren Niedergang.

Weitere Informationen


Die Autorin Bettina Fügemann veröffentlichte Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften. 2006 erschien ihr erster Roman, Biografien über das Haus Anhalt folgten. Sie stellte die Film-Dokumentation über die „Nationalpolitische Bildungsanstalt Ballenstedt“ vor. Ihr Buch „Ich suche eine neue Mutti – Kinder in Sachsen-Anhalt als Opfer der Vertreibung von 1945 – 1951“ erschien im Mitteldeutschen Verlag. Die Autorin versteht sich als Grenzgängerin zwischen Literatur und Leben. Sie wohnt mit ihrer Familie in Ballenstedt.

„Kummerbanges Waldgeflüster – Ein Märchen“

LESUNG FÜR KINDER UND ERWACHSENE

Die Geschichte führt uns in die Wälder rund um Ballenstedt. Wir lernen die Bäume, die Pflanzen und die Tiere kennen, die dort zuhause sind. Das Mädchen Rike kämpft mit den Tieren des Waldes um dessen Erhalt und muss sich gegen Hexen und Kobolde wehren, damit den Abholzungen Einhalt geboten wird. Ein hoch aktuelles Thema, dass Einwohner und Gäste unserer Heimatstadt bewegen. Dabei spielen die Bedeutung des Klimaschutzes und der Schutz der biologischen Vielfalt eine Rolle. Fantasie und Wirklichkeit werden miteinander verknüpft und spielerisch auf das Thema fokussiert.


Birgit Herkula, geboren 1960, lebt als Autorin in Magdeburg. Sie schreibt für Kinder und Erwachsene Prosa und Lyrik. Ihre Sachbücher beschäftigen sich mit der literarischen Erinnerungskultur. Zahlreich veröffentlicht hat sie in Literatursammlungen. Sie liest für uns:

„Zwanzig Jahre danach. Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Sachsen-Anhalt zur friedlichen Revolution 189/90“

LESUNG FÜR KINDER UND ERWACHSEN


„Bürgerin De.“

BUCHVORSTELLUNG & LESUNG FÜR ERWACHSENE

Außerdem hat sie einen Romanentwurf vorzuliegen „Bürgerin De.“, aus dem sie etwas weniges vortragen wird. In ihm wird die Geschichte einer 1989 etwa 30 jährigen Frau erzählt, die versucht, mit den Wirren der Wende klarzukommen und dabei viel erlebt.